Aufruf

981858_3320210781175_769035684_o

Aufruf – Das Schauspielhaus Wuppertal gehört den Bürgern – vom 22.03.14 aktualisiert am 24.01.15

Das Schauspielhaus Wuppertal steht leer!

Mehr Theater für Wuppertal!

Das Schauspielhaus steht leer!
Im Jahre 2002 wurde im Rat der Stadt Wuppertal die Sanierung der Oper und des Schauspielhauses beschlossen. 2006 wurde mit der Sanierung der Oper begonnen. Nach deren Wiedereröffnung sollte das Schauspielhaus saniert werden.
Doch statt der Renovierung des denkmalgeschützten Hauses verkündete die Wuppertaler Stadtspitze mit dem OB Jung und seinem Kämmerer Slawig vorne weg, dass das Haus dauerhaft geschlossen werden solle. Seitdem spielt die Stadtverwaltung auf Zeit und hat es fast geschafft, das Schauspielhaus abzuwickeln und damit auch eine einzigartige und ruhmreiche Theatergeschichte in Elberfeld beendet. Fast wäre dabei auch noch das Sprechtheater der Wuppertaler Bühnen geopfert worden.
Ein kulturpolitisches Armutszeugnis für die Stadt und ein Akt kultureller Verwüstung!
Nur durch großzügige private Spenden konnte nach der Schließung des großen Saales der Betrieb des Schauspiels auf der kleinen Bühne im Foyer des Schauspielhauses fortgesetzt werden.

Seit der Saison 2014/2015 hat die Schauspielsparte in einer renovierten Lagerhalle in der Nähe des Opernhauses – auch wiederum durch Spenden – eine neue Spielstätte bekommen. Sie umfasst lediglich 152 Plätze. Die neue Intendantin Susanne Abbrederis hatte erklärt, dass Aufführungen des Sprechtheaters zukünftig auch nicht mehr auf der großen Bühne des Opernhauses stattfinden werden. Mittlerweile stellt sie eine erste Aufführung im Opernhaus für 2016 in Aussicht. Die einschneidenden Kürzungen der städtischen Zuschüsse für die Wuppertaler Bühnen, die zunächst besonders die Schauspielsparte und zuletzt auch das Musiktheater treffen und Auswirkungen auf die Anzahl der Produktionen und die Ensemblegröße haben, erlauben eine Fortsetzung der gewachsenen Theaterkultur der Wuppertaler Bühnen nicht.

Attraktives Theater in Wuppertal, welches seinem kulturellen Auftrag nachkommt, indem es sich auch gesellschaftlich einmischt und uns Fragen zu unserer Zukunft stellt, ist so nicht mehr möglich!
Jahrelang äußerte sich die Stadtspitze auf unerträgliche Weise negativ und destruktiv über die Arbeit des Schauspiels, Inszenierungen wurden schlecht geredet und das Schauspiel zugunsten der anderen Sparten finanziell ins Abseits gedrängt. Völlig unbeachtet blieb dabei der wachsende Zuspruch des Publikums für die Programmgestaltung und die Inszenierungen von Christian von Treskow mit seinem hervorragenden Ensemble. Auch sämtliche Proteste, die es seit 2010 in vielfältiger und massiver Weise gab, blieben bei den Entscheidungen für einen steten Abbau der städtischen Finanzierung des Schauspiels unbeachtet. Mit seiner Äußerung „Wir haben nun endlich ein angemessenes Theater“ bei der Eröffnung des Theaters am Engelsgarten spricht der Oberbürgermeister Peter Jung seine Haltung deutlich aus.

Wer ist „Wir“?

Wir, die Schauspielhaus Wuppertal Initiative, sind der Überzeugung, dass für eine Stadt dieser Größenordnung und mit ihrer Theatertradition eine Kammerspielbühne mit einem stark geschrumpften Ensemble nicht ausreicht. Wir brauchen in Wuppertal eine vielseitigen Theaterkultur und eine Kulturpolitik, die sich für ein Stärkung des Stadttheaters einsetzt, sodass es auch Gesellschaft reflektieren und künstlerisch experimentieren kann.
Wir fordern die Verantwortlichen der Stadt auf, die Kürzungen im Kultur- und Theateretat zurückzunehmen. Wir fordern die Verantwortlichen der Stadt auf, den Zeitpunkt für die Sanierung des Schauspielhauses nicht länger hinauszuzögern und bei der Konzeption für die Nutzung des Schauspielhauses das Sprechtheater einzubeziehen. Die Öffnung des „Tanzzentrums Pina Bausch“ auch für Aufführungen des Sprechtheaters entspricht der Vielfalt der kulturellen Interessen des nicht nur aus Wuppertal stammenden Publikums und -natürlich- der Tradition des Hauses.

Liebe Wuppertaler Bürgerinnen und Bürger, Theaterfreunde und -freundinnen und solche, die es noch werden wollen, kämpfen wir jetzt gemeinsam für ein lebendiges zukunftsfähiges Theater und die Wiederbelebung eines herausragenden Kulturdenkmals durch Tanz und Schauspiel – für uns und für die, die nach uns kommen.

Ihre Schauspielhaus Wuppertal Initiative

Unterstützen Sie diesen Aufruf mit Ihrer Unterschrift.

Aufruf – Das Schauspielhaus Wuppertal gehört den Bürgern – vom 22.3.2014

AUFRUF Schauspielhaus Wuppertal Initiative

[signature]

Freunden mitteilen:

   

4 Kommentare

  1. Hoja, Roland November 25, 2013 3:06 pm  Antworten

    Ich bin begeistert, dass die Initiative diesen Aufruf so formuliert hat und ebenso an die Öffentlichkeit getragen wird. Dies geschieht p. Internet. Das ist gut so und vollkommen zeitgemäß. Dennoch möchte ich anregen, dass zwei Dinge mir für die weitere erfolgreiche Arbeit wichtig erscheinen (auch wenn ich aus der weiten griechischen Ferne daran aktiv z.Zt. nicht teilnehmen kann):
    1. Herstellen der Öffentlichkeit immer wieder durch Präsenz der Printmedien (Einladungen, Artikel und Leserbriefe!!!)
    2. eine kulturelle Veranstaltung zum Thema und zur Weiterentwicklung mit Kulturschaffenden aus Wuppertal, die Teil der Initiative bereits sind, bzw. damit sympathisieren oder gar darin mitstreiten wollen
    soweit dazu, viel Erfolg weiterhin, ich bleibe dabei soweit von hier aus möglich und herzliche Grüsse an die Aktiven!!!
    Roland Hoja
    Iria/Peloponnes

  2. Hoja, Roland Dezember 21, 2013 2:03 pm  Antworten

    würde mir wünschen, dass mehr Unterstützer diese Seite aufrufen und vor allem den ‘Aufruf’ unterzeichnen. … und an der schwierigen Arbeit der ‘Initiative’ konkret teilnehmen! Ich selbst mit mit gestartet, kann aber von hier zunächst leider nicht mehr tun. Aber es ist lange Zeit noch viel zu tun!

  3. Thorsten Sippel März 31, 2014 1:13 pm  Antworten

    “Das Fest ist jetzt zu Ende.
    Unsere Spieler, wie ich euch sagte, waren Geister
    Und sind aufgelöst in Luft, in dünne Luft.
    Wie dieses Scheines lockrer Bau
    So werden die wolkenhohen Türme, die Paläste,
    Die hehren Tempel, selbst der große Ball.
    Ja, was nur Teil hat, untergehn,
    Und, wie dieses leere Schaugepräng erblaßt,
    Spurlos verschwinden.
    Wir sind solcher Stoff wie der zum Träumen,
    Unser kleines Leben umfaßt ein Schlaf,-
    Ich bin gereizt, Herr
    Habt Geduld mit mir. Mein alter Kopf ist schwindlicht.
    Seid wegen meiner Schwäche nicht besorgt.”

    William Shakespeare
    (1564 – 1616), englischer Dichter, Dramatiker, Schauspieler und Theaterleiter

    Nie Aufgeben, besser sein und Ziele erreichen!
    Wuppertal hat ein Theater und wird es behalten, egal welche Bürgermeister da kommen und wieder gehen.
    Viel Erfolg und liebe Grüsse
    Thorsten Sippel

  4. Johanna Klara Kuppe November 8, 2014 6:32 pm  Antworten

    geboren in Wuppertal und 40 jahre dort gelebt, habe ich den “Aufbruch” mit dem 1964-1966 erbauten Schauspielhaus erlebt und gut in Erinnerung.
    Ich denke, Kultur und Kunst sind ein sehr wichtiger Teil (vielleicht mit der wichtigste) für das menschliche Leben, Kürzungen in diesem Bereich und Streichungen lassen Verarmung entstehen, auch Bildung und Geschichte verloren gehen für alle.
    Daher unterstütze ich den Aufruf der Initiative.

Hinterlasse einen Kommentar zu Johanna Klara Kuppe Antworten abbrechen