Interview der WZ im Nachhall der Podiumsdiskussion vom 31.März

 

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Drei Fragen an… Stephan Rieck, Schauspielhaus Wuppertal Initiative

 

Stephan Rieck von der Schauspielhaus Wuppertal Initiative will ein Finanzierungskonzept für das Schauspielhaus vorlegen.

 

Wuppertal. 500 Besucher waren in der vergangenen Woche gekommen, um auf Einladung des Vereins Schauspielhaus Wuppertal Initiative über die Zukunft des Hauses und des Sprechtheaters in Wuppertal zu diskutieren. Über die Bilanz des Abends sprach die WZ mit Stephan Rieck von der Initiative.

 

500 Besucher bei der Podiumsdiskussion über die Zukunft des Schauspielhauses. Das hört sich nach einem Erfolg an. Wie bewerten Sie den Verlauf des Abends?

 

Stephan Rieck: Viele Wuppertaler sind erbost: das Sprechtheater dezimiert, das Schauspielhaus geschlossen und die aktuelle Entwicklung der Oper. Wir wollen die Schieflage in der Theaterpolitik ins öffentliche Bewusstsein bringen und aufklären. Dazu war die Veranstaltung ein erster wichtiger Schritt. Leider sind einige Lösungsansätze und Perspektiven im allgemeinen Ärger etwas zu kurz gekommen. Das werden wir beim nächsten Mal sicher besser planen.

 

Ist die Intention der Schauspielhaus Wuppertal Initiative richtig rübergekommen?

 

Rieck: Wir fürchten um die Zukunft der Wuppertaler Bühnen. Sieben bis neun Schauspieler lediglich in der so wichtigen neuen kleinen Spielstätte und die desolate finanzielle Ausstattung werden die Lage des Sprechtheaters eher verschlechtern. Das ist ein kontinuierlicher Abstieg, der jetzt auch auf die Oper übergreift. Wir fordern ein Theater, das seinem kulturellen Auftrag wieder in angemessenem Umfang auch auf der großen Bühne nachkommen kann. Dazu braucht es eine tragfähige und nachhaltige Finanzplanung ohne strukturelles Defizit. Außerdem: das internationale Tanzzentrum Pina Bausch mit dem Tanztheater und das Sprechtheater der Wuppertaler Bühnen gemeinsam unter dem Dach eines neuen Theaterhauses Pina Bausch – so wird Bestehendes mit Zukünftigem vereint.

 

Welche Reaktionen hat es auf die Veranstaltung gegeben?

 

Rieck: Kritik gab es ja schon während der Diskussion. Aber uns ist auch viel Unterstützung signalisiert worden. Wir müssen vermeiden, dass hier Interessen gegeneinander ausgespielt werden. Vor allem kämpfen wir für die Kultur. Wir werden versuchen, ein gutes Finanzierungskonzept für die Wuppertaler Bühnen und ein Nutzungskonzept für das Schauspielhaus vorzulegen, das inhaltlich über die jetzigen Tanzzentrumspläne hinausgeht. Dabei hoffen wir auf eine breite Unterstützung durch die Wuppertaler Bürger.

von Andreas Boller, Westdeutsche Zeitung vom 7.4.2014