Offener Brief an die Freunde der Wuppertaler Bühnen

Sehr geehrter Herr Vaupel,

liebe Freunde der Wuppertaler Bühnen und des Sinfonieorchesters,

als erstes möchten wir uns bei Herrn Vaupel für das informative und intensive Gespräch am 15. November 2013 bedanken. Damit verbunden ist auch unser Dank an die “Freunde der Wuppertaler Bühnen und des Sinfonieorchesters”, denn durch ihren Einsatz ist es gelungen, der Stadt Wuppertal zumindest eine kleine Spielstätte für das Sprechtheater zu erhalten.

Nun stehen wir vor der Aufgabe auch dem Schauspielhaus an der Kluse eine Zukunft zu geben. Natürlich sieht auch die Schauspielhaus Wuppertal Initiative im Schauspielhaus als Heimat des Tanztheaters Pina Bausch die sinnvollste  Möglichkeit der zukünftigen Nutzung.

Wir würden gerne mit Ihnen und  anderen Kulturinteressierten das Thema “Zukunft des Schauspielhauses” offen diskutieren und weitergehende Vorschläge dazu unterbreiten.

“Theaterhaus Pina Bausch”

Der Name, den wir uns für das Schauspielhaus vorstellen könnten sagt folgendes aus: 

-Der bedeutendsten Theaterkünstlerin Wuppertals würde so ein dauerhaftes Denkmal gesetzt.

-Das Tanztheater hätte seine Heimat im nach ihrer Gründerin benannten Theaterhaus.

-Eine vielseitige “multifunktionale” Nutzung durch alle Theatersparten und -formen wäre schon im Namen angelegt.

Ein Haus dieser Größe neben der Oper hat nur als “multifunktionale” Theater- und Kulturstätte eine Zukunft.

Es wäre Heimat für das Tanz-,  Sprech-, und Musiktheater, für Gastspiele, Festivals und viele andere Kunstformen in einer Stadt, die Pina Bausch einmal als “Alltagsstadt” bezeichnet hat. Daher möchten  wir das nach ihr benannte Theaterhaus auch zu einem Ort der “Alltagskultur” machen.

“Theaterhaus Pina Bausch”

Tanztheater–Sprechtheater–Kultur

Das im “Theaterhaus Pina Bausch” das Tanztheater sein Zuhause finden muß, ergibt sich von selbst. Es ist jedoch in der jetzigen Situation umso wichtiger der Kompanie eine realistische und zeitnahe Perspektive zu bieten um den Prozess der Neufindung und Orientierung  möglichst optimal zu unterstützen. Denn das beinahe museale Aufführen der alten Stücke in der Oper und auf Gastspielreisen  kann  den Bestand und die (Weiter)Entwicklung des Tanztheaters nicht in dem Maße sichern, wie das in einem eigenen “Theaterhaus Pina Bausch” möglich wäre.
Daraus ergibt sich alleine schon  für das Tanztheater die zwingende Notwendigkeit einer unverzüglichen Wiederinbetriebnahme, wollten wir nicht den Verbleib des Tanztheaters in Wuppertal aufs Spiel setzen.

Für das Sprechtheaters der Stadt ergäbe sich mit einer kurzfristigen Sanierung und Wiedereröffnung der Spielstätte an der Kluse ebenfalls die Chance eine baldigen  Renaissance. Könnte doch das Sprechtheater am Ort alter Erfolge und im Glanze einer neuen Theaterära aufs Trefflichste das verloren gegangene Publikum wieder für sich gewinnen und so langfristig ebenfalls seinen Bestand sichern und Zukunftsperspektiven entwickeln.

Aber auch als Spielort für die freien Theaterszene und andere Kulturveranstaltungen würde ein  schnell renoviertes Theaterhaus in seiner “multifunktionalen” Ausrichtung Akzente setzen können. Den Betreibern des “Theaterhaus Pina Bausch” sollte es gelingen durch Gastspiele und die “Öffnung” des Hauses Synergieeffekte für das Theater und die Kultur in der Stadt zu erzielen. Das Konzept von Stefan Hilterhaus bietet hierfür hervorragende Anregungen.

Das Schauspielhaus hat schon in der Vergangenheit gezeigt, das es sowohl für Tanz- Sprech- sowie Musiktheater geeignet ist. Ein Ort für sparten- und Regionen übergreifende Produktionen. Als “Theaterhaus Pina Bausch” könnte es diese Vergangenheit in die Zukunft befördern und das Theater in Wuppertal neu erfinden. Es entstünde so ein würdiger Ort für eine große Wuppertaler Künstlerin und ein Kristallisationspunkt für die Kunst und Theaterkultur.

Wie weiter:

Wir glauben das eine schnelle Wiedereröffnung nach einer zwar grundlegenden aber eng gefassten Sanierung auf Basis der Planungen von 2006 neben dem  Erreichen der oben genannten Überlegungen noch einige andere Vorteile mit sich brächte:

-          Wesentlich geringere Sanierungskosten  würden eine Finanzierung erheblich erleichtern.

-          Wertvolle Zeit könnte künstlerisch sinnvoll genutzt werden in einem zum   

           50sten Jubiläum im Jahre 2016 wiedereröffnete “Theaterhaus Pina Bausch“

-          Wuppertal könnte sich lange vor “2025” als Kulturstadt empfehlen und 

      verloren gegangenes Prestige zurückgewinnen.

 -   Die Bürger dieser Stadt könnten sich bald wieder an einem Kulturort erfreuen    

     der in seiner  ästhetischen und künstlerischen Einzigartigkeit weit über das Tal    

     hinausstrahlt.

Es besteht sicherlich noch ein großer Diskussionsbedarf darüber wie eine dauerhafte und sinnvolle Nutzung des Hauses im Sinne der Wuppertaler Theatervergangenheit- und Zukunft  im Einzelnen gelingen kann.  Das wir jedoch bei der Sanierung des Hauses für eine qualitativ hochwertige und” multifunktionale” Nutzung keine Zeit verlieren dürfen, sollte jedoch außer Frage stehen.
Denn nichts ist lebendiger als die Kultur und diese stellt uns immer wieder vor neue Herausforderungen.

Deshalb hoffen wir zusammen mit Ihnen, liebe “Freunde der  Wuppertaler Bühnen und des Sinfonieorchesters”, dieses großartige Theaterhaus alsbald wieder seiner Bestimmung zuführen zu können damit die Kunst auch hier erneut zu weit gehen kann.

Öffnen wir das Schauspielhaus, für das Theater und für die Menschen.

Herzlichst
Ihre Schauspielhaus Wuppertal Initiative